Line-Up-Training protokollieren und richtig auswerten
Beim Line-Up stehen mehrere nummerierte Positionen in einer Reihe – Boxen, Dosen, Löcher in einer Wand –, und meist enthält eine davon den Zielgeruch. Der Hund arbeitet die Reihe ab und zeigt an. Das zu protokollieren ist einfach. Damit die Zahlen am Ende auch etwas bedeuten, braucht es ein paar Regeln, und um die geht es hier.
Was ein Durchgang festhält
Jeder Durchgang lässt sich auf zwei Fragen zurückführen: Wo stand das Ziel, falls es eins gab? Und welche Positionen hat der Hund angezeigt? Daraus ergibt sich eines von sechs Ergebnissen:
- Korrekt: Der Hund zeigt das Ziel an und sonst nichts.
- Gefunden + Extra: Er findet das Ziel, zeigt aber zusätzlich eine Position ohne Ziel an.
- Falschanzeige: Er zeigt nur Positionen ohne Ziel an.
- Verpasst: Es gab ein Ziel, aber der Hund zeigt nichts an.
- Leer korrekt: Es gab kein Ziel, und der Hund zeigt nichts an.
- Leer angezeigt: Es gab kein Ziel, und der Hund zeigt trotzdem an.
Beobachtungen notieren, nicht die Bewertung
Notiere, wo das Ziel stand und was der Hund angezeigt hat – die Bewertung ergibt sich daraus. Willst du später etwas anders werten, etwa eine Falschanzeige, auf die direkt die richtige Anzeige folgt, lässt sich der ganze Verlauf in einem Schritt neu auswerten. Hast du dagegen nur Bewertungen notiert, bleibt dir nichts anderes übrig, als alles neu einzutragen.
Nummeriere die Positionen in der Reihenfolge, in der der Hund sie absucht, nicht nach ihrem Platz im Raum. Position 1 ist die erste Box, die der Hund erreicht – egal, an welchem Ende der Reihe er beginnt. Nur so lassen sich Positionen über Einheiten an verschiedenen Orten hinweg vergleichen.
Die Zielposition ziehen statt selbst wählen
Wer das Ziel selbst platziert, bringt eigene Gewohnheiten mit: Die mittlere Box fühlt sich natürlich an, die letzte unfair, und zweimal hintereinander dieselbe Position fühlt sich falsch an. Der Hund kann solche Muster genauso lernen wie den Geruch – und die Auswertung pro Position beschreibt dann eher dich als deinen Hund.
Eine Ziehung nimmt diese Gewohnheiten heraus. Einfaches Würfeln reicht dafür allerdings nicht ganz: Jede Position ist dann zwar gleich wahrscheinlich, kommt aber nicht gleich oft dran. Bei sechzig Durchgängen mit sechs Boxen wäre jede Position im Schnitt zehnmal das Ziel, mit einer typischen Abweichung von etwa drei – dass eine Box fünfmal und eine andere fünfzehnmal drankommt, ist völlig normal. Ziehst du dagegen wie aus einem gemischten Kartenstapel, in dem jede Position gleich oft vorkommt, bleiben die Zahlen nah beieinander.
Leerdurchgänge
Bei einem Leerdurchgang enthält keine Position den Zielgeruch. Nur so siehst du, ob dein Hund eine Reihe auch einmal in Ruhe lässt. Ein Hund, der in jeder Reihe fündig wird, lernt womöglich vor allem eins: Irgendwo ist immer etwas.
Wie viele Leerdurchgänge sinnvoll sind, hängt vom Ausbildungsstand ab. Solange ein neuer Geruch aufgebaut wird, dürfen es wenige sein; je näher die Arbeit an echten Suchen ist, bei denen die meisten Bereiche nichts enthalten, desto mehr. Vor allem muss ein Leerdurchgang genauso ablaufen wie jeder andere – wer die Leine hält, sollte vorher nicht wissen, dass es einer ist.
Quoten pro Position richtig lesen
Ob ein Hund eine Position bevorzugt, etwa die erste oder die letzte Box, gehört zu den nützlichsten Erkenntnissen aus einem Line-Up-Protokoll. Und zu denen, die man am leichtesten überbewertet.
Zuerst zählt die Menge. War eine Position zehnmal das Ziel und hat der Hund es achtmal gefunden, stehen dort 80 %. Bei acht von zehn kann der tatsächliche Wert aber irgendwo zwischen etwa 49 % und 94 % liegen. Erst bei fünfzig Durchgängen engt sich dieselbe Quote auf etwa 67 % bis 89 % ein. Schau deshalb immer zuerst, auf wie vielen Durchgängen eine Quote beruht.
Dann die Versuchung, die schwächste Position herauszugreifen. Bei sechs Positionen schneidet eine davon schon rein zufällig am schlechtesten ab – und beim nächsten Mal meist besser, ganz gleich, was du geändert hast. Das sieht dann so aus, als hätte die Änderung gewirkt. Eine auffällige Position ist deshalb erst einmal eine Frage, die du in den nächsten Einheiten überprüfst, und noch kein Befund.
Außerdem sind die Durchgänge einer Einheit nicht unabhängig voneinander. Sie teilen sich Wetter, Untergrund, deine Tagesform sowie das Aufwärmen und Ermüden des Hundes. Hundert Durchgänge an drei Tagen sagen deshalb weniger aus als hundert Durchgänge an dreißig Tagen.
Hunde und Gerüche getrennt auswerten
Eine gemeinsame Erfolgsquote für zwei Hunde vermischt zwei Messungen zu einer, die keinen der beiden richtig beschreibt. Für verschiedene Gerüche gilt das in abgeschwächter Form genauso. Werte deshalb pro Hund aus und, wenn genug Durchgänge zusammenkommen, auch pro Geruch.
Protokollieren, ohne selbst Buch zu führen
NoseTrack zieht die Zielposition, streut Leerdurchgänge im von dir gewählten Verhältnis ein, ermittelt das Ergebnis aus deinen Eingaben und wertet getrennt nach Hund und Geruch aus. Kostenlos, offline und ohne Konto.